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Pressemitteilungen des Kreisverbandes
Symbol-Foto: Pixabay

Rainer Böß, stellv. Kreis-und Fraktionsvorsitzender LINKE Kreis Birkenfeld

Kreistagsmitglied Rainer Böß kritisiert Verharmlosung von Fluglärm

In den letzten Wochen stieg im Nationalparklandkreis Birkenfeld die Fluglärmbelästigung wieder stark an. Befürworter des militärischen Flugbetriebes versuchen in Leserbriefen dies zu verharmlosen und Fluglärmgegner zu diskreditieren und lächerlich zu machen.

Fluglärm im Kreis Birkenfeld - Unfassbar!
In den letzten Wochen nahmen die Belästigungen durch militiärischen Fluglärm über dem Kreis Birkenfeld wieder stark zu. Sehr viele Beschwerde-Leserbriefe von Fluglärmgegnern, vereinzelt machten sich aber andere Briefschreiber über diese Menschen lustig.
Basierend auf seinen in der Nahe-Zeitung (Regionalausgabe der Rhein-Zeitung) und dem Idar-Obersteiner Wochenspiegel veröffentlichten  Statements nimmt dazu Rainer Böß, der stellvertretende Kreis- und Fraktions-Vorsitzende der LINKEN im Kreis Birkenfeld wie folgt Stellung:
 

Herr K*** offenbart in seinem Leserbrief ein sehr egozentrisches Weltbild.
Nur, weil Herr K*** in Leisel keinen Fluglärm wahrnimmt, ist es für ihn undenkbar, dass andere Menschen an anderen Orten im Kreis Birkenfeld sich durch Fluglärm stark beeinträchtigt fühlen können und sich sogar erdreisten, sich darüber öffentlich zu beschweren.
Es macht sehr wohl einen Unterschied, wo genau die Flugrouten verlaufen, ob ein Düsenjet einfach nur geradeaus fliegt oder im Steigen ist und das Triebwerk nach unten zeigt, ob man auf einer weiten Ebene, an einem Hang, in einem Tal oder oben auf einem Hügel wohnt, ob man ein sehr gutes Gehör hat oder weniger gut hört, ob man lärmempfindlich ist oder nicht. Bekannt ist, dass gerade militärischer Fluglärm u.a. Herzkreislauf-Schäden begünstigt. Das in den Militärjets verwendete Flugbenzin JP-8 ist laut einem Datenblatt eines Herstellers hochgiftig und kann Krebs verursachen.
Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und man sollte sich nicht über Menschen, die sich Gedanken um ihre und die Gesundheit ihrer Kinder machen lustig machen!

Keiner dieser Militärjets bringt Geld in die Region oder schafft Arbeitsplätze bei uns. Wer glaubt, die Flugzeuge könnten real unserem Schutz dienen, irrt sich erst recht. Selbst wenn die Bundesregierung den Militäretat angesichts unserer anderen strukturellen und sozialen Probleme in unverantwortlicher Weise aufbläht, hat sie, haben die Menschen in Deutschland, auch 75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges keine Chance aus einem militärischen Konflikt als Sieger hervor zugehen. Jeder militärische Gegner würde zudem als erstes den Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem mit seinen Flugzeugen und den dort gelagerten Atombomben und ebenso die Airbase Ramstein als Dreh-und Angelpunkt der Amerikaner in Europa ausschalten.

Zynisch gesprochen:" Die Menschen im Kreis Birkenfeld würden in einem umfassenden und womöglich mit atomaren Waffen geführten Krieg nicht lange leiden müssen, weil sie bereits zu Beginn im Mittelpunkt eines gegnerischen Erstschlages stehen und sterben würden."

Als DIE LINKE vor fast 10 Jahren erstmals im Kreistag Anträge und Anregungen zu einer deutlichen Reduzierung des krankmachenden militärischen Fluglärms einbringen wollte, wurden diese von allen anderen Fraktionen abgewürgt. Mittlerweile lässt sich das Problem aber nicht mehr so einfach unter den Teppich kehren, und die Mehrheit der aktuellen Kreistagsmitglieder hat schon im Jahr 2019 angeregt, dass Landrat Dr. Schneider Vertreter der Luftwaffe zu einer Kreistagssitzung einlädt, in der sie Rede und Antwort stehen sollen. Damit, wie dies in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte, auch Standpunkte der Fluglärm-Gegner Gehör finden, sollen auf Anregung der LINKEN auch Vertreter der
Bürgerinitiative gegen Fluglärm Kaiserslautern e.V., die sich ein sehr großes Fachwissen angeeignet haben, in der Kreistagssitzung zu Wort kommen.

Während die BI-Vertreter schon lange zugesagt haben, sieht es momentan wohl so aus, als ob die Herren von der Lufwaffe vor einem Dialog mit den Kommunal-Vertretern kneifen würden.

Rainer Böß, Schwollen
stellvertretender Vorsitzender
Kreistags-Fraktion DIE LINKE Birkenfeld

Weitere Infos:
Kostenlose Beschwerde-Hotline der deutschen Luftwaffe:
0800-8620730

Infoseite des Kreisverbandes DIE LINKE Birkenfeld zu Fluglärm:
https://birkenfeld.dielinke-rhlp.de/…/beschwerden-gegen-mi…/

Link zur BI:
https://www.facebook.com/search/top/…